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SALIH DAGLAR · BÜCHER, KI UND PHILOSOPHIE

KI implementieren: eine Idee mit der wirklichen Arbeit verbinden

Unter Implementierung verstehe ich hier, eine KI-Anwendung so in einen Ablauf einzubinden, dass Eingabe, Bearbeitung und Ergebnis zusammenpassen. Ein überzeugender Dialog allein beantwortet noch nicht, woher Informationen kommen, wie sie weitergegeben werden und was bei einem Fehler geschieht.

Salih Daglar im Anzug.

Wo die Verbindung zur Anwendung entsteht

  1. EingabeDatei, Frage oder Ereignis.
  2. KontextPassende Informationen und Vorgaben.
  3. WerkzeugEine erlaubte Aktion oder Schnittstelle.
  4. ErgebnisAusgabe prüfen und kontrolliert übernehmen.
Eine Schnittstelle schafft Zugang. Die Prüfregeln geben dem Ablauf einen Maßstab.

Zuerst die Übergänge verstehen

Eine Aufgabe hat meist ein Vorher und ein Nachher. Vorher liegen Informationen in einer Datei, einer Nachricht oder einem System. Nachher soll jemand einen Entwurf lesen, eine Entscheidung treffen oder mit einem bestätigten Datensatz weiterarbeiten. Die Verbindung zwischen diesen Zuständen ist der eigentliche Aufbau.

Für mich ist deshalb ein kleines Ablaufbild oft hilfreicher als eine lange Liste möglicher Werkzeuge. Es zeigt, welche Information gebraucht wird, wer darauf zugreifen darf und an welcher Stelle ein Ergebnis kontrolliert werden kann. Daraus ergibt sich, welche technische Verbindung tatsächlich nötig ist.

Vier Wege, KI einzubinden

Von einer einzelnen Aufgabe zur angebundenen Anwendung
WegWie er funktioniertWorauf es ankommt
Dialog mit ausgewähltem MaterialEine Person stellt eine Aufgabe und gibt die benötigten Informationen bewusst mit.Klare Grenzen des Materials und ein prüfbarer Arbeitsauftrag.
Abruf aus einem WissensbestandEine Anwendung sucht passende Inhalte und stellt sie dem Modell als Kontext bereit.Aktuelle Quellen, nachvollziehbare Fundstellen und passende Zugriffsrechte.
Werkzeuge über SchnittstellenEine Anwendung kann definierte Funktionen eines anderen Systems aufrufen.Eindeutige Ein- und Ausgaben sowie begrenzte Befugnisse.
Ablauf über mehrere StationenAusgewählte Schritte werden verbunden; Ergebnisse werden vor dem nächsten Schritt kontrolliert.Übergaben, Fehlerwege und eine erkennbare Zuständigkeit.

Diese Wege sind keine feste Rangfolge. Eine einfache manuelle Übergabe kann für ein kleines Vorhaben ausreichen. Ein stärker verbundener Ablauf lohnt sich erst, wenn Wiederholung, Umfang oder benötigte Funktionen den zusätzlichen Aufbau rechtfertigen.

Begriffe, die dabei auftauchen

API · eine definierte Schnittstelle

Eine API legt fest, wie Software eine Funktion ansprechen oder Daten austauschen kann. Für die Planung interessiert mich zunächst: Was darf abgefragt werden, welches Format kommt zurück und welche Fehler sind möglich?

MCP · ein gemeinsames Verbindungsprotokoll

Das Model Context Protocol beschreibt eine standardisierte Verbindung zwischen KI-Anwendungen und externen Funktionen oder Kontextquellen. Welche Möglichkeiten verfügbar sind, hängt von den angeschlossenen Servern und ihren Berechtigungen ab.

RAG · Quellen zum passenden Moment abrufen

Bei Retrieval-Augmented Generation werden passende Inhalte aus einem Bestand gesucht und für die Antwort bereitgestellt. Der Abruf allein bestätigt noch nicht, dass eine daraus erzeugte Aussage richtig ist.

Kontext · der verfügbare Arbeitsrahmen

Auftrag, Material und bisheriger Stand bestimmen, welche Informationen in einem Bearbeitungsschritt vorliegen. Relevante Angaben müssen erkennbar sein; veraltete oder widersprüchliche Stände erschweren die Arbeit.

Die Rollen von Host, Client und Server sowie Werkzeuge und Kontextquellen beschreibt die offizielle MCP-Architekturübersicht. Bei der konkreten Einrichtung bleibt entscheidend, welche Daten und Aktionen eine Verbindung tatsächlich freigibt.

Ein kleines Beispiel: Informationen für eine Buchseite

Angenommen, eine Buchseite soll aus einem bestätigten Datenblatt aktualisiert werden. Das Datenblatt enthält Titel, Autor, Ausgabestatus und ISBN. Ein vorbereitender Schritt kann daraus eine Formulierung vorschlagen. Eine Prüfung gleicht jede Angabe mit dem Datenblatt ab. Erst ein bestätigter Stand wird für die Veröffentlichung weitergegeben.

Drei Fehlerwege gehören bereits zum Entwurf: Eine ISBN fehlt, zwei Dateien nennen unterschiedliche Termine oder der gewünschte Abschnitt enthält eine unbelegte Aussage. Ein sinnvoller Ablauf kennzeichnet solche Fälle als offen. Er darf die Lücke nicht durch einen plausiblen Einfall schließen.

Das Beispiel lässt sich auf betriebliche Informationen übertragen. Der Gegenstand verändert sich; die Frage nach Herkunft, Format, Prüfung und Weitergabe bleibt. Auf der Unternehmensseite wird dieser Gedanke an einem Dokumentenablauf ausführlicher erklärt.

Wann eine Verbindung belastbar wird

Für einen ersten Versuch reichen überschaubare Testdaten und ein enger Auftrag. Vor einem dauerhaften Einsatz müssen aber auch Wiederholungen, Unterbrechungen und Rückwege betrachtet werden. Was passiert, wenn derselbe Vorgang zweimal startet? Woran erkennt man eine nur teilweise erfolgte Änderung? Wie lässt sich zum letzten geprüften Stand zurückkehren?

Ich möchte einen Ablauf so beschreiben können, dass auch ein Fehler verständlich bleibt. Dazu gehören sichtbare Ergebnisse, klare Zuständigkeiten und ein begrenzter Handlungsspielraum. Diese Eigenschaften sind für mich ein wesentlicher Teil von Effizienz: Sie verringern das spätere Rätseln darüber, was ein System getan hat.

Diesen Gedanken weiterverfolgen

Agenten und ihre Aufgaben

Die organisatorische Seite: Ziele formulieren, Rollen trennen und Teilergebnisse zusammenführen.

Mein Spiel als Experiment

Bei Nachtwacht treffen Technik, Bild, Klang und Spielregeln aufeinander.

Vom einzelnen Versuch zu einem wiederholbaren Ablauf

Ein nützliches Beispiel ist eine interne Wissenssammlung zu einem Hobby oder Projekt. Zuerst wird festgelegt, welche eigenen Dokumente verwendet werden dürfen und wie deren Stand erkennbar bleibt. Dann erhält jede Antwort einen Bezug zu den tatsächlich verwendeten Abschnitten. Was sich dort nicht belegen lässt, bleibt eine offene Frage.

  1. 01Material auswählen

    Freigegebene Dokumente, Datum und Zuständigkeit festhalten.

  2. 02Kontext zuordnen

    Die zur Frage passenden Abschnitte bereitstellen; Lücken kennzeichnen.

  3. 03Antwort vorbereiten

    Erklärung und Quellenbezug zusammen ausgeben.

  4. 04Betrieb prüfen

    Änderungen, fehlende Dokumente und falsche Zuordnungen regelmäßig kontrollieren.

Schaubild einer Wissensanwendung: Die Verbindung zu den Quellen gehört zum Ergebnis.

Ich würde zunächst Fälle testen, deren Antwort bekannt ist, danach widersprüchliche Unterlagen und Fragen ohne passende Grundlage. Ein kontrollierter Stopp ist in diesem letzten Fall ein richtiges Ergebnis. Vor einer automatischen Weitergabe muss klar sein, wer die Anwendung pflegt und wie sich eine fehlerhafte Änderung zurücknehmen lässt.

Auch laufende Kosten und Zeit für Pflege gehören zur Entscheidung. Eine einmal überzeugende Vorführung sagt noch nichts darüber, ob der Ablauf mit neuen Dokumenten, anderen Fragen und veränderten Schnittstellen zuverlässig bleibt. Die Implementierung endet deshalb nicht beim ersten funktionierenden Dialog.

Fragen zu diesem Thema

Je nach Aufgabe sind das bereitgestellte Dateien, Schnittstellen oder Werkzeuge, über die ein System lesen und handeln kann. Entscheidend sind passende Daten und ein klarer Auftrag. Die Verbindung allein erklärt noch nicht, wann eine Ausgabe richtig ist.

Bei einem kleinen Versuch lassen sich Eingaben, Ergebnis und Fehler leichter vergleichen. Sobald ein Schritt verstanden ist, kann der nächste dazukommen. So bleibt erkennbar, an welcher Verbindung eine Änderung tatsächlich hilft.