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Die Kichererbse im Topf
Sieh die Kichererbse im Topf, wie sie aufspringt, wenn das Feuer sie trifft.
Während sie gekocht wird, kommt sie immerzu an den Rand des Topfes und erhebt hundert Rufe.
Warum setzt du mich aufs Feuer? Du hast mich doch gekauft. Wie kannst du mich nun umdrehen?
Die Frau des Hauses schlägt weiter mit dem Löffel nach ihr.
Nein, sagt sie. Koch schön und spring nicht weg von dem, der das Feuer macht.
Ich koche dich nicht, weil du mir zuwider wärst. Sondern damit du Geschmack bekommst und Kraft. Damit du Nahrung wirst und dich mit
dem Leben vermischst. Diese Not ist nicht deshalb über dich gekommen, weil du gering geachtet wärst.
Als du grün und frisch warst, hast du im Garten Wasser getrunken. Jenes Trinken war um dieses Feuers willen.
Kichererbse, sagt sie, du hast im Frühling geweidet. Jetzt ist der Schmerz dein Gast geworden. Bewirte ihn gut, damit der Gast dankend nach Hause zurückkehrt.
Koche weiter in der Bedrängnis, bis dir weder Dasein noch Selbst bleibt.
Ich rede bittere Worte zu dir, damit ich dich von den Bitterkeiten reinwasche.
Da sagte die Kichererbse:
Wenn es so ist, Herrin, dann will ich gern kochen. Steh mir dabei bei.
In diesem Kochen bist du gleichsam mein Baumeister. Schlag mich mit dem Schaumlöffel, denn du schlägst sehr angenehm.
Die gefrorene Weintraube taut im kalten Wasser auf und legt ihre Kälte und ihr Gefrorensein ab.
Mesnevi III, 4159–4198