Band 2 · Zitate und Gedichte

Tod

PDF-Seiten 60–70Alle Inhalte des Buches

12

Tod

In jedem Augenblick stirbst du und kehrst zurück. Der Prophet sagte: Diese Welt ist ein Augenblick.

Mesnevi I, 1142

Wisse, jeder Schmerz ist ein Stück vom Tod. Wenn du dem Stück nicht entkommst, wird das Ganze über dich gegossen. Ist dir das Stück süß geworden, wisse: Gott macht das Ganze süß.

Mesnevi I, 2298–2300

Der Leib trägt die Seele wie eine Mutter ihr Kind. Der Tod sind die Wehen.

Mesnevi I, 3514

Ich starb dem Stein und wurde zur Pflanze. Ich starb der Pflanze und wurde zum Tier. Ich starb dem Tier und wurde Mensch. Was soll ich fürchten? Wann bin ich durch Sterben weniger geworden?

Mesnevi III, 3901–3903

Geh auf den Friedhof, sitz eine Weile still und sieh die beredten Schweigenden.

Mesnevi III, 4764

Stirb, bevor du stirbst, dann bist du sicher. So hat es der Prophet uns aufgetragen.

Mesnevi IV, 2272

Unser Schlaf und unser Wachen sind zwei Zeugen. Sie bezeugen uns, was Tod und Auferstehung heißt.

Mesnevi V, 1787

Seit Jahren schlägt dieser Tod die Trommel. Erst wenn es zu spät ist, rührt sich dein Ohr.

Mesnevi VI, 773

Flügel tragen den Falken zum König. Flügel tragen die Krähe zum Friedhof.

Mesnevi VI, 1444

Die süße Frucht ist in Zweigen und Blättern verborgen. Das ewige Leben ist unter dem Tod verborgen.

Mesnevi VI, 3576